Sprachen, Symbole und Kleidung

Die Mehrzahl der Vorfahren der heutigen Bewohner Ghanas ist in kleinen Gruppen aus dem westlichen Sudan eingewandert. Bei der ersten Wandergruppe, die das Gebiet des heutigen Ghana erreichte, handelte es sich um die Guan. Sie ließen sich zunächst an den Ufern des Volta-Sees nieder. Auch heute noch existiert eine eigenständige Guansprache. Den Guan folgten auf ihrer Wanderung nach Süden die Fanti, die ersten „wahren“ Akan. Sie wanderten in kleinen Gruppen ein und ließen sich schließlich im heutigen Gebiet von Cape Coast nieder. Von den späteren Akan, die allesamt den Twi-Dialekt sprechen, gelten die Brong als die ersten Einwanderer, die anderen Untergruppen sind Ashanti, Kwahu, Wassa oder Assin. Im heutigen Ghana leben die Akan in Ashanti, Brong-Ahafo, in großen Teilen der Ost-, Zentral- und West-Regionen und Accra. Von den Einwanderern, die aus dem Osten kamen, sind die Ewe aus Nordbenin die größte. Die Ada, Krobo and Ga bilden die nächste Gruppe der Einwanderer, die in Ghana Ga-Adangbe genannt wird. Sie bevölkern heute die Gebiete in und um Accra sowie die Küstenebene in östlicher Richtung bis Ada an der Voltamündung. Im Norden Ghanas lebt die zweitgrößte Volksgruppe, genannt Mole-Dagbani. Zuletzt infiltrierte das Volk der Gonja zwischen 1600 und 1620 Ghana und siedelte sich in großen Teilen Zentralghanas an.

Heute sprechen über 70% der Bevölkerung Akan. Bei der Amtssprache handelt es sich allerdings als eine Art Erbe der britischen Kolonialmacht um Englisch, das von allen Menschen mit Schulbildung gesprochen wird (etwa 60%).


Symbole und Kleidung

Wesentliches Merkmal ghanaischer Kunstwerke sind die allgegenwärtigen geometrischen Figuren oder floralen Formen, auf die alle Künstler der Akan-Zivilisation zurückgreifen: Adinkras. Wie die Piktogramme unserer Gegenwart, die die sprachlose, schnelle Kommunikation in den Städten ermöglichen, besitzt jedes Adinkra-Symbol eine präzise Bedeutung, deren Aussage von zentraler Wichtigkeit war und ist.

Selbst Farben der Kleidung haben einen gewissen Symbolgehalt. So betont Gelb die Existenz Gottes, ewiges Leben, Wohlstand und menschliche Wärme, Weiß steht für Freude oder Sieg, Grün bedeutet Unschuld, Erneuerung oder Vitalität, Rot oder Ocker-Braun ist für traurige Anlässe wie den Tod eines Freundes, Krieg oder eine nationale Katastrophe vorbehalten. Im Zuge des europäischen Einflusses wird Schwarz mittlerweile auch zu Beerdigungen getragen. Blau ist traditionell die Farbe der Liebe.

Kente, der Stoff, aus dem Ghanas Nationaltrachten gemacht werden, ist immer ein von Hand gewebter Stoff mit vielen Farbkombinationen und komplizierten Mustern. Aufgrund der großen Mühe, Kunstfertigkeit und des Könnens, die diese Arbeit verlangt, war der Kente früher Königen vorbehalten. Er wird heute zu fröhlichen Anlässen getragen, wobei die Muster etwas über die Gemütslage des Trägers verraten.

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