Das Geburtstags-Special

Bevor ich überhaupt auf meinen nächsten Trip, das Asabaako Festival in Busua fahren konnte, um dort gebührend nicht nur die Unabhängigkeit Ghanas, sondern auch meinen Geburtstag und sogar mein Bergfest am 06.03.2018 zu feiern, habe ich endlich das langersehnte Päckchen von meinen Mädels erhalten. Das Gute hat ganz schön viel mitgemacht, wurde sogar zwecks Sprengstoffverdacht vom Zollamt geöffnet, und tatsächlich, die Wunderkerzen und das Deo mussten entnommen werden. Danach wurde es aber zum Glück weiterverschickt, es hat's nur nicht ganz an's Ende geschafft und lag wahrscheinlich für 6 Wochen in einem alten Schrank am Postamt rum. Aber es hat mich ja noch zum Glück gefunden und hielt/hält für jede Woche ganz wunderschöne Überraschungen für mich bereit. Ich habe mich wirklich wahnsinnig darüber gefreut und kann an dieser Stelle nur noch einmal sagen, wie glücklich ich mich schätze so wundervolle Freunde zu haben. Insbesondere zu meinem Geburtstag habe ich so viele liebe und lange Grüße von Familie/Freunden erhalten, dass ich ganz gerührt war und mich gefragt habe, womit ich das denn eigentlich verdient habe. Ich möchte euch an dieser Stelle nochmal meinen größten herzlichsten Dank ausrichten und dass ich unglaublich froh bin, dass ihr immer für mich da seid und dass ich euch alle unglaublich doll lieb habe <3

Nun zu dem Wochenende: Gestartet bin ich ganz entspannt am Freitag morgen. In Accra angekommen, habe ich nach einem schattigen Plätzchen gesucht, da ich noch auf Freunde warten musste, und mich neben meinem neuen Kumpel niedergelassen, der Country-Music auf der Trotrostation verkauft. Da saß ich nun für 1,5 Stunden mitten im Trubel und habe mich einfach nur meines Lebens gefreut und den vorbeilaufenden Ghanaern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Da die Strecke bis nach Busua recht weit ist, haben wir am Freitag noch einen Zwischenstop in Cape Cost eingelegt. Dort habe ich eine Freundin besucht, die ich in meiner ersten Woche im Krankenhaus kennengelernt habe. Portia hatte nämlich kurze Zeit später mit ihrem einjährigen "National Service" abgeschlossen und eine neue Stelle in Cape Cost gefunden. Ich war wieder wie in mein WG-Leben zurückversetzt. Wir waren zusammen einkaufen, haben fleißig gekocht: Banku mit Okro-Stew sowie Curry-Reis mit Vegetable-Tomatostew. Und Leute, dieses selbstgemachte Essen war das Beste, was ich bislang in Ghana gegessen habe. Nebenbei haben wir natürlich viel gequatscht: über Arbeit, Kollegen, aber auch Familie und Freunde und natürlich Männer. Am nächsten Tag hat sie mich noch kurz mit zur Arbeit genommen und dort vorgestellt, bevor ich die anderen zur Weiterreise getroffen habe.



Zum Glück haben wir noch viele getroffen sodass es möglich war, als große Gruppe in Cape Cost günstig ein Trotro zu mieten, dass uns bis nach Busua gebracht hat, sodass wir nicht noch 2 Mal zwischendurch umsteigen mussten. Die Fahrt war wunderschön entlang der Küste und ging sehr zügig voran. Dort angekommen waren wir in einem kleinen Paradies. Es gab viele Angebote wie Surfen und westliches Essen, über die man sich freuen konnte. Auch die Kulisse war atemberaubend schön.

Die Tage haben wir in der Regel mit Essen, Schwimmen, Karten und Billard spielen verbracht. Abends ging's dann meistens zum Feiern. An unserem ersten Abend war die große Dschungle-Party, auf der praktisch alle versammelt waren. Es war wunderschön dekoriert mit vielen Lampignons und Fackeln, dazu waren Essens- und Getränkemöglichkeiten vor Ort und auch die DJs waren auch gar nicht so schlecht. Was mir aber am Besten an diesem Festival gefallen hat, ist, dass dadurch, dass vergleichsweise viele Freiwillige da waren, man nicht so im Mittelpunkt stand und sich sehr frei bewegen konnte.

Am letzten Nachmittag habe ich einen kleinen Auflug zu einem richtig tollen Ort unternommen. Vom Strand aus hatte ich schon die ganze Zeit einen Pavillon im Auge und da musste ich einfach ein paar Freunde schnappen und hinmarschieren. Leider wussten wir nicht, dass man auch anders hinkommen kann und sind die ganze Küste entlang über Steine gekrakselt. Aber der beschwerliche Weg hat sich gelohnt, denn dieser Pavillon war einfach herrlich. Ich wär am liebsten nie wieder woanders hingegangen.

Aber wir mussten ja noch die große Geburtstags-/Unabhängigkeits-/Bergfest-Party reinfeiern. Und das haben wir auch nach allen Regeln der Kunst getan. Ich hatte einen wunderschönen Abend, hab ausgelassen gesungen und getanzt. Meine Freunde haben sogar Schokokuchen an Mitternacht besorgt und mich nach ghanaischer Tradition auch ordentlich nass gemacht.

Durchmachen haben wir nach dem Wochenende leider nicht mehr geschafft. Dennoch haben wir uns den Wecker gestellt, um gegen 5 Uhr morgens nochmal zum Pavillon zu gehen (diesmal über den befestigten Weg) und den Sonnenaufgang anzuschauen. Er war atemberaubend schön. Leider habe ich es nicht geschafft, ihn bis zum Ende anzuschauen, da ich Magen-Darm bekommen habe und schnellstmöglich zum Hostel geeilt bin.









Die Rückreise war dann alles andere als angenehm. Habe mich auch nicht mehr getraut, etwas zu essen, da mir über 10 Stunden Fahrt ohne Klo bevorstanden. Nicht einmal das ORS habe ich in Wasser gelöst herunterbekommen. Im Nachhinein hätte ich diese Reise nie wieder alleine so angetreten mit Fieber und co. Aber irgendwie habe ich es in meine Stadt und direkt in mein Krankenhaus geschafft, wo ich mich erstmal hab durchchecken lassen. Da es schon nach 22:00 Uhr war und ich ziemlich dehydriert und fertig war, wurde ich für die Nacht mit einer Infusion und einigen Medikamenten in das Doktoren-Zimmer gebracht. Am nächsten morgen, habe ich ganz viel Besuch bekommen und alle haben sich erkundigt, wie es mir geht. Die anderen Freiwilligen waren auch ganz super, haben mir Essen gekauft und alles besorgt, was ich so brauchte. Es war auf jeden Fall auch mal eine Erfahrung, das Krankenhaus als Patient kennenzulernen, und ich kann nur sagen, dass ich total zufrieden war und sich super um mich gekümmert wurde von meinen Freunden und Kollegen.

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