Meine Arbeit im Eastern Regional Hospital - Pädiatrische Abteilung

Die Pädiatrie besteht zum einem aus der Kinderabteilung und zum anderen aus der Intensivstation für Neugeborene. Ich habe in ersterer angefangen und bin zunächst mit den Ärzten/Arzthelfern mitgelaufen. Hier ist die Arbeit etwas anders organisiert. Zwar gibt es auch hier neben den angestellten Kinderärzten, rotierende Ärzte, die ihr klinisches Jahr im Krankenhaus machen, sowie Arzthelfer, die auch durch die verschiedenen Abteilungen gehen, allerdings teilt man sich hier die Arbeit auf. Die eine Hälfte ist in den Konsultationsräumen für Kinder und die andere Hälfte kümmert sich um die aufgenommenen Kinder in der Kinderabteilung. Da jegliche Ärzte im Krankenhaus oder eigenen Kliniken arbeiten, geht man in Ghana sogar mit einer einfachen Erkältung ins Krankenhaus in die Konsultationsräume, bekommt Medikamente verschrieben und geht wieder nach Hause.

Auch als Krankenschwester/Pfleger in der Ausbildung, muss man ein Praktikum im Krankenhaus machen, wo man von einer Abteilung in die andere wechselt, teils machen sie das ein halbes Jahr, teils nur 6 Wochen. Ehrlich gesagt, blicke ich da immer noch nicht so ganz durch. Leider hatte ich das Pech, dass unglaublich viele dieser Praktikanten zu meiner Zeit in der Kinderabteilung waren, sodass es für mich gar nichts zu tun gab. Wenigstens konnte ich erklären, wie man Infusionen wechselt, und die Vitalzeichen richtig bestimmt und einträgt.

Glücklicherweise habe ich auch an manchen Tagen bei der "Kangaroo Mother Care" mithelfen können. Das ist ein sehr schönes Programm für Neugeborene und ihre Mütter. Bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres werden die Kinder hier intensiv betreut, außerdem können die Mütter hier sehr gut Erfahrungen untereinander austauschen. Alle paar Wochen wird geschaut, ob das Kind gesund ist und sich normal entwickelt. Neben der Behandlung der Kinder erhalten die Mütter noch wertvolle Tipps, gerade zum Thema Füttern. Außerdem wird eine psychologische Beratung angeboten. Besonders schön finde ich es auch, dass manche Väter und Großmütter die Mutter und das Kleine hierbei begleiten und unterstützen.

Die Neugeborenen-Intensivstation war mit teils über 40 Patienten wieder arbeitsintensiver. Allerdings ging es auch sehr eng zu, da zu den 40 Patienten ja noch 40 Mütter kamen, plus die ganzen Ärzte und Schwestern und das auf 2,5 Räumen. Für ghanaische Verhältnisse mag diese Station mit immerhin einigen Inkubatoren sehr gut ausgestattet sein, aber schon im Vergleich zu der Intensivstation für Erwachsene, muss einiges getan werden - gerade wenn man bedenkt, dass bei den kleinen Würmchen das Immunsystem ja noch kaum ausgebildet ist. Meine Arbeit auf der Station bestand in Vitalzeichen messen, Zugang legen, Blutabnehmen, Füttern und Trösten der Babys. Insgesamt gibt es für mich im Krankenhaus keine Station, in der Leben und Tod so eng beieinander liegen wie hier. Zum Glück geht es den meisten Patienten nach kurzem Aufenthalt wieder gut und sie können entlassen werden, dennoch gibt es auch einige mit traurigem Schicksal. Sei nun die Mutter bei der Geburt gestorben, oder das Baby ganz schlimm krank oder zum Teil auch wegen Familienstreitigkeiten, aufgrund einer Behinderung oder durch Geldmangel sich selbst überlassen. Aber diese Fälle passieren zum Glück nur ganz selten. In meiner Zeit dort habe ich außerdem gelernt, dass alle Kinder in Ghana nicht der Familie sondern dem Staat gehören. Und ehrlich gesagt, finde ich diese Regelung gar nicht schlecht, da die Ärzte meist doch mehr Ahnung von der Behandlung haben als die Familien. Außerdem kann man ja immer noch den Arzt/das Krankenhaus wechseln, wenn man mit der Behandlung unzufrieden ist. Wenn man sich allerdings einer lebensnotwendigen OP in den Weg stellen will (aus welchen Gründen auch immer), wird man hier tatsächlich verhaftet und das Baby/Kind trotzdem behandelt. Auch so einen Fall hatte ich in meiner kurzen Zeit, letztlich hat die Familie dann das Krankenhaus gewechselt.

Wer sich im Übrigen mehr für das Eastern Regional Hospital interessiert, kann auch auf der neuen Internetseite vorbeischauen: http://erhk.org/.

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