Das Feiertags-Special

Bild1.pngWeihnachten

Auch wenn dieser Eintrag, mehr als verspätet erscheint, möchte ich nicht umhin kommen, von meiner Weihnachtszeit in einem anderen Land zu erzählen. Insgesamt war diese Zeit die schwerste für mich bisher, da man bei 30 °C und ohne Glühweinstände den Flair dann doch sehr vermisst. Zudem hatte sich mein Leben in der alten Gastfamilie sehr verschlechtert. Meine Gastschwester hat einen Platz in einer Schule gefunden, musste dafür aber leider wegziehen und damit ist auch eine sehr große Hilfe im Haushalt weggefallen. Außerdem war sie diejenige, die sich am meisten um mich gekümmert hat. Glücklicherweise, war es für mich aber möglich, die Familie noch vor Weihnachten zu wechseln. Ich hatte ziemliches Glück und lebe mittlerweile sogar noch mit 2 anderen Freiwilligen, Jakob und Mara, in einer vierköpfigen ghanaischen Familie. Der Umgang ist hier ein ganz anderer und auch die Sprachbarriere ist viel kleiner. In der Regel unterstützt man sich gegenseitig, der Vater bügelt sogar jeden morgen die Sachen für sich und seine Frau. Und überhaupt ist es der Familie sehr wichtig, dass es ihren Gästen an nichts fehlt und sie sich sehr wohl fühlen.

Nichts desto trotz ist Weihnachten in Ghana etwas komplett anderes. Zwar gibt es auch hier durchaus Weihnachtsdekoration zu sehen und Lieder im Fernsehen zu hören (komischerweise fing ich sogar selbst an, Weihnachtslieder zu summen), allerdings war von Besinnlichkeit oder den Feiertagen nicht viel zu merken. Und trotzdem gerade der Süden Ghanas mehrheitlich christlich ist, gab es bis auf die 9 Lessons und Charols Veranstaltung in meinem Krankenhaus (+ weißem Weihnachtsmann) keine besonderen kirchlichen Veranstaltungen. Auch in den Familien ist Weihnachten eigentlich wie jeder andere Tag, außer dass man frei hat. Unsere Gastmutter allerdings hatte in dieser Zeit Hochsaison, da sie auf dem Markt Gewürze verkauft, und hat bis Silvester täglich bis spät abends durchgearbeitet. Notgedrungen, haben wir Freiwillige also Weihnachten zusammen gefeiert, sind in einen schön angelegten Park, ganz in der Nähe gefahren, haben ganz viel Bier, Obst und Snacks eingekauft und eher so eine Art 1. Mai/Herrentagstour gemacht. Aber wir haben immerhin gewichtelt. Später am Abend ging's dann noch zum "dreitägigen Karneval" in die Stadt, wo recht viel los war mit offenen Bars und Live-Konzerten überall.





















Neujahr

Was bei uns das Weihnachtsfest ist, ist in Ghana dann Neujahr. Vermutlich liegt das daran, dass dieser Tag sowohl von Muslimen als auch von Christen gefeiert werden kann. Überhaupt finde ich es sehr schön zu sehen, dass das Zusammenleben von Muslimen und Christen hier scheinbar problemlos verläuft. Teils gibt es christliche, teils muslimische Feiertage, man respektiert den anderen und seinen Glauben, hauptsache man geht regelmäßig in die Kirche/Moschee und betet zu Gott. An Silvester bin ich mit meinem Gastbruder Eddie gegen 20 Uhr zum Gottesdienst gegangen, welcher tatsächlich eine Live-Übertragung mit Beamer, von einem großen Gottesdienst mit Ehrung besonderer ghanaischer Persönlichkeiten in Accra war. Leider bin ich nach 2 Stunden (die Veranstaltung ging 5) schon gegangen, da ich von meinem Silvester ziemlich enttäuscht war und ich es mir doch anders vorgestellt hatte. Ich hab's auch zum ersten mal seit dem Kindergarten einfach verschlafen, das neue Jahr - das war echt ziemlich deprimierend und traurig.

Dafür war der Neujahrstag umso besser, da hat meine Gastfamilie nämlich Freunde, Familie, Nachbarn, Bekannte - einfach ganz viele Leute eingeladen. Es wurden sogar 2 Ziegen nur für dieses Fest geschlachtet und es gab recht viele ghanaische Spezialitäten zu essen und tatsächlich richtigen Salat, bei deren Zubereitung ich fleißig mitgeholfen habe. Von Waakye mit gebratenem Tilapia/Hühnchen, Salat und Shito über Fufu mit Goats-Soup bis hin zu gebratenem Reis.

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