Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus

Den richtigen Flieger habe ich zum Glück gefunden und auch so habe ich mir den Flug wesentlich aufregender vorgestellt, als er am Ende war. Und nun bin ich hier in Ghana... Bevor ihr meinen eigentlichen Bericht lest, würde ich euch allerdings darum bitten, einmal in 2 sehr sehenswerte Videos hereinzuschauen, nämlich den Radi-Aid-Song und Let's save Africa.

Ich habe versucht, möglichst ohne Vorurteile hierherzufahren und erst einmal alles so zu nehmen, wie es ist - denn anders muss nicht unbedingt schlechter sein. Einen Reiseführer habe ich bis jetzt auch noch nicht gelesen, sodass ich leider nicht mit schlauen Fakten über Ghana punkten kann, sondern nur mit Dingen, die ich bisher erlebt habe. Und ich kann nur sagen, dass ich hier fast jeden Tag auf's neue Staune...

  • Sei es nun zum ersten Mal am Markt eine Kokosnuss zu verzehren,



  • oder der Verkehr, der mit viel Hupen und ohne wirkliches System und zum Teil mit Millimeterabständen zwischen den Autos einwandfrei funktioniert,




  • der riesige Markt, wo mein Orientierungssinn ordentlich auf Probe gestellt wurde und man alles, wirklich alles kaufen kann,



  • oder in eineinhalb Stunden auf einen Berg gewandert zu sein und eine atemberaubende Sicht über ganz Koforidua zu haben.




Aber zunächst zurück zum Anfang... Am 06.09. bin ich mit einer Stunde Verspätung gegen 20:00 Uhr in Accra gelandet. Von dort wurde ich zusammen mit den anderen 16 Freiwilligen in ein Hotel direkt am Meer gebracht. Der Transport war ziemlich abenteuerlich, da das gesamte Gepäck auf dem Dach von 2 großen Transportern festgeschnallt wurde, sodass wir alle noch zusätzlich in den Wagen Platz hatten. Im Hotel fand dann für 5 Tage ein spezielles Seminar statt, dass uns speziell auf das Leben und Ghana und unsere Projekte vorbereitet hat.


Für mich haben sich diese ersten Tage vor allem unglaublich warm und hell von der Sonne, klebrig von der Sonnencreme oder Mückenspray und etwas ausgelaugt angefühlt, da wir Mädels in unserem Zimmer kaum Platz hatten. Daher war es eine willkommene Abwechslung, sich jederzeit im Meer erfrischen zu können und auch das Essen war sehr lecker.

Am Sonntag, dem 10. September wurden wir dann alle in unsere Gastfamilien gebracht. Meine Familie ist vergleichsweise klein, da Pat und Ben nur einen Sohn, Peter, haben. Neben diesen Dreien leben allerdings noch Comfort (Pat's Mutter) und meine Gastcousine Emilia (Pat's Nichte) im Haus. Obwohl ich anfangs etwas überfordert war, was hauptsächlich daran lag, dass ich gleich Montag morgen eigenständig mit dem Taxi an irgendeinen Ort der Stadt gefahren bin, wo ich noch nie zuvor war, habe ich mich mittlerweile sehr gut eingelebt und in den Alltag der Familie integriert. Das einzige, was ich im Haus unglaublich störend finde, ist das Radio. Da Comfort nicht so gut hört, läuft das nämlich von 5:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr abends in so einer Lautstärke, dass Oropax kaum einen Unterschied schaffen. Wie die anderen sich verständigen können, ist mir auch immer noch ein Rätsel, da ich kaum höre, wenn jemand mit mir spricht, geschweige denn was.


Alles in allem habe ich mich gut hier eingelebt und auch den größten Teil meiner Gastfamilie schon sehr lieb gewonnen. Besonders schön sind auch die Abende, die ich zusammen mit den anderen Freiwilligen zum Beispiel beim Pizza essen oder in einer Bar verbringe.

Beim nächsten Mal kann ich auch hoffentlich etwas über mein Projekt, das Eastern Regional Hospital, erzählen. Da habe ich nämlich morgen meinen ersten richtigen Arbeitstag, da es ein paar verwaltungstechnische Probleme gab. Um dort ein Jahr Vollzeit als Freiwillige arbeiten zu können, wurde von dem Krankenhaus eine "Spende" von 600 Cedi (entspricht 120 €) verlangt. Mir persönlich ist das alles etwas spanisch vorgekommen, vor allem weil es letztes Jahr noch wesentlich weniger war und auch so niemand in der Verwaltung wirklich darüber Bescheid wusste. Besonders interessant fand ich auch die Tatsache, dass nur eine Geld-Spende und keine Sach-Spende vom gleichen Betrag möglich war. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es wird, dort zu arbeiten...

Kommentare

1. Am Donnerstag, November 9 2017, 18:58 von Bruder

HaLlo Vanessa,
wie geht's denn in Ghana? Hoffe es ist alles ok. Warte schon gespannt auf den neuen block. Weiter hin gute zeit. Der Frankfurter Bruder vom Papa.

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